Gottesdienste

 

März 2020

 

 

 

Monatsspruch:

 

 

 

Jesus Christus spricht: Wachet!

 

Markus 13,37 

 

Andacht für Sonntag Judika, 29. März 2020

 

Vorschlag des OKR für häusliche Andachten

 

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Kirchenrat Dr. Frank Zeeb

 

 

 

Synode und Kollegium des OKR folgen der Verordnung der Landesregierung, in deren Anwendung einstweilen keine öffentlichen Gottesdienste in den Gemeinden stattfinden, um – soweit das menschenmöglich ist – die Verbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. In diesen Zeiten geschieht gottesdienstliches Leben, gottesdienstliche Andacht und gottesdienstliche Anbetung auf andere Weise als durch den sonntäglichen Predigtgottesdienst. Hier ist nicht zuletzt Fantasie und Kreativität gefordert, sich unter das Wort zu stellen und dennoch die „erste Bürgerpflicht“ zu erfüllen, soziale Kontakte soweit als möglich zu reduzieren. Zumeist denkt man an digitale Möglichkeiten. Aus einer Wohnanlage in Württemberg wurde mir berichtet, dass dort Liturgie über die Balkone hinweg gepflegt wird … Meistens werden es jedoch Familien sein, die den Sonntag „hier und dort in den Häusern“ begehen möchten. Größer wird die Gemeinschaft auch, wenn sich mehrere Familien verabreden und zur selben Zeit feiern (vielleicht tatsächlich unter Verwendung von Videokonferenzen o.ä.?)

 

 

 

(L: Liturg, A: Alle, E1-E4 Einzelne)

 

Der Vorschlag folgt weitgehend der Struktur des sonntäglichen Predigtgottesdienstes. Sie ist als Ganzes komponiert, dennoch können einzelne Teile ausgetauscht oder gelöscht werden. Das gemeinsame Gebet ist bewusst etwas breiter gefasst als das im Sonntagsgottesdienst der Fall ist, es kann auch ­ – vor allem das Fürbittgebet – durch eine Gebetsgemeinschaft ersetzt werden.

 

Wenn in dieser Form gebetet werden soll, sollten entweder genügend Exemplare für die Hand der Teilnehmenden bereit liegen oder – wo die technische Möglichkeit besteht – eine Wandprojektion gemacht werden. Selbstverständlich kann man die Zahl der Lesenden auch anders aufteilen.

 

Statt einer Lesepredigt teilen die Anwesenden ihre Gedanken miteinander nach einer Variante des bekannten „Bibel-Teilens“. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass ein Einzelner oder mehrere eigenständig Zeugnis ablegen.

 

Die Lieder können selbstredend gegen andere ersetzt werden, es wurde darauf geachtet, möglichst bekannte Lieder vorzuschlagen. Auch ein dünner oder vielleicht nicht ganz tonsicherer Gesang vereint uns mit den himmlischen Chören – es ist aber auch nicht schlimm, wenn einmal nicht gesungen werden kann. Wo das technisch geht, kann man auch die Liedtitel einfach in Youtube eingeben und dann eine entsprechende Fassung verwenden, noch nicht alle Lieder sind in der Cantico-App.

 

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sind selbstverständlich auch bei diesem Gottesdienst zu beachten (möglichst großer Sitzabstand, kein Segenskreis mit Händefassen …)

 

Der Oberkirchenrat wünscht allen Feiernden die Erfahrung der Anwesenheit unseres Gottes, der uns geleitet in guten und schweren Tagen und ganz bestimmt stärker ist als alle Mächte und Viren dieser Welt.

 

 

 

<h4 style="mso-list:l0 level4 lfo1">Liturgie</h4>

 

L: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.
L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn.
A: Der Himmel und Erde gemacht hat.

 

(Entzünden einer Kerze)

 

Begrüßung

 

 L: Liebe Schwestern und Brüder, heute ist der fünfte Sonntag der Passionszeit, der Sonntag Judika. Judika heißt auf Deutsch „Schaffe mir Recht, Gott“. An Jesu Schicksal wird deutlich, dass Menschenwürde immer in Gefahr ist, dass Leid, Schuld und Tod in der Welt eine grausame Wirklichkeit sind. Aber Gott ist ein Gott, der Gerechtigkeit will, den Unterdrückten und Leidenden zur Seite steht. Deshalb ist er in Jesus zu uns gekommen und hat durch seinen Tod alle Schuld und alles Leid, ja, den Tod selbst besiegt.

 

 So grüße ich Sie / Euch mit dem Wochenspruch für den heutigen Tag: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“

 

Lied: EG 361,1.2.4.6: Befiehl du deine Wege (Cantico-App)

 

https://www.youtube.com/watch?v=TXMZVpwiLaw

 


Psalm 43 / EG 724 (auf das Ehr sei dem Vater wird auf dem Höhepunkt der Passionszeit verzichtet)

 

Eingangsgebet: (nach reformiert-info.de)

 

E 1: Gnädiger und gerechter Gott,
das Leiden deines Sohnes
führt uns vor Augen,
wozu Menschen fähig sind,
wenn sie hassen,
wenn sie Angst haben, zu kurz zu kommen,
oder sich unkritisch treiben lassen
von gewissenlosen Stimmungsmachern.

 

E 2: Wie in einem Spiegel
erkennen wir dabei auch eigene Abgründe:
Feigheit, wenn wir gefordert sind,
mutig zu reden und zu handeln,
Abgestumpftheit gegen fremdes Elend,
und manchmal auch
bewusste Gemeinheit und Schadenfreude.

 


E 3: Es beschämt uns,
wenn wir uns eingestehen müssen,
dass wir nicht so sind,
wie wir gern wären
oder wie wir vorgeben zu sein.

 


E 4: Vor dir, Gott,
ist unser Innerstes nicht verborgen.
Aber das Kreuz deines Sohnes
erinnert uns auch daran:
Deine Liebe ist stärker
als das Böse in uns
und in unserer ganzen Welt.

 


A: Deine Liebe behält das letzte Wort
und schafft neue Anfänge.
Gnädiger und gerechter Gott,
erneuere auch uns.

 

 

 

Stilles Gebet

 

L: Wir beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

 

(Gebetsstille)

 

L: Herr, du hörst unser Gebet, darum kommen wir zu dir.

 


Lied: EG 97: Holz auf Jesu Schulter

 

www.youtube.com/watch

 

oder EG 172: Sende dein Licht und deine Wahrheit

 

 

 

Predigttext: Hebr 13,12-14
(Der Predigttext wird nach der Methode: „Bibel Teilen“ in sieben Schritten gemeinsam erschlossen)

 

Bibel Teilen in sieben Schritten:

 

1.   Wir öffnen uns für Gott in Gebet und Lied:
Herr, du unser Gott, öffne unsere Herzen und unseren Sinn für dein Wort. Wir wollen hören, rede du. Was du uns sagen willst, das lass uns aufmerksam wahrnehmen. In all unserer Sorge, tröste uns. Gib uns ein festes Herz, das uns gewiss macht in der Hoffnung auf dich. Gib uns ein waches Auge, dass wir nicht nur geistlich aufschauen und vor allem nicht zurückschauen, sondern den Nächsten und seine Not sehen. Und gib uns eine sichere Hand, dass wir in den kommenden Tagen das rechte Tun, besonnen und mit Augenmaß. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Herrn.

 

2.   Eine/r liest den Predigttext
„Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

 

3.   Verweilen und Vertiefen
Der Text wird erneut – langsam – gelesen. Jeder und jede wird eingeladen, mitzulesen und an den Stellen, die ihm besonders naheliegen, besonders zu betonen. In einer dritten Lesung gelingt es oft, einen emotionalen Klangteppich zu weben, bei dem die Gefühle (Ablehnung, Zweifel, Angst, Freude …) wie in einer Symphonie zusammenklingen.

 

4.   Schweigen (ca. 3-5 Minuten)
Die Teilnehmenden besinnen sich, jeder und jede für sich, was der Text jede/m einzelnen sagen will. Sie lassen sich darauf ein, dass nicht alles unmittelbar einsichtig ist. Sie suchen nach Anknüpfungspunkten in ihrem Leben und besinnen sich darauf, was sich in der kommenden Woche von diesem Text her in ihrem Alltag nahelegt.

 

5.   Mitteilen
Wer mag, kann den anderen die eigenen Gedanken mitteilen. Wichtig ist, dass es in dieser Phase nicht um Diskussion geht, sondern darum, zu hören, was der Text bei den Schwestern und Brüdern ausgelöst hat. Deshalb wird hier nicht kommentiert.

 

6.   Austauschen

 

Wir suchen im Gespräch nach der Bedeutung des Textes. Meist ergibt sich aus der Mitteilungsphase ein Gespräch und Themen von allein. Wenn nicht, könnten Leitfragen hilfreich sein:

 

-       „Draußen vor dem Tor / vor der Tür“ … woran denken wir bei dieser Redensart

 

-       Ist nur der Tod Jesu gemeint und seine „Schande“, die er auf sich nimmt, oder hat das Wort auch einen Bezug auf die ausgegrenzten Menschen heute?

 

-       Was meint der Text, wenn er uns auffordert, „hinauszugehen“? Was kann das bedeuten, wo wir doch „zu Hause bleiben“ sollen?

 

-       Wie stellen wir uns die „zukünftige Stadt“ vor?

 

-       Ist der Verweis auf die „zukünftige Stadt“ nicht eine billige Vertröstung, fast schon zynisch angesichts des Leids in der Welt?

 

-       „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33)

 

 

 

7.   Lied: z.B. EG 95,1-4 Seht hin, er ist allein im Garten

 

www.youtube.com/watch

 

oder EG 592: Licht, das in die Welt gekommen

 

 

 

Fürbittengebet (nach velkd.de) :
E1: Ratlos sind wir, Gott,
und bringen unsere Ratlosigkeit vor dich.

 


E2: In Sorge um unsere Angehörigen sind wir,
und wir bringen unsere Sorge vor dich.

 


E3: Bedrückt sind wir,
und wir bringen unsere Angst vor dich.

 


A: Dankbar sind wir für alle Menschen,
die uns Mut machen,
und wir bringen unseren Dank für sie vor dich.

 


E 1: Mitten hinein in unsere Angst
schenkst du uns das Leben.

 


E 2: Du schenkst uns
Musik, Gemeinschaft und
die Fürsorge unserer Freunde und Nachbarn.

 


E3: Du schenkst uns
Inspiration,
Freundlichkeit
und Mut.

 


A: Du schenkst uns
den Glauben, die Liebe und die Hoffnung.
Dir vertrauen wir uns an – heute und morgen und an jedem neuen Tag.
Amen.

 


L: Vater unser

 


Segen

 

L:: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.
A: Amen.

Gottesdienste finden bis auf weiteres nicht mehr statt.