Goldene Konfirmation 2016

 

"Dem Vergangenen - Dank, dem Kommenden - Ja."

Dag Hammarskjöld (ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen)

  

Am Sonntag, den 03.04.2016 feierte die Kirchengemeinde Bad Teinach die  Goldene Konfirmation in der Bad Teinacher Dreifaltigkeit Kirche.

Pfarrer Dr. Dieter sprach in seiner Predigt zur Goldenen Konfirmation zuerst über den Zusammenhang von Taufe und Konfirmation: In der Taufe gibt Gott einem Menschen das Versprechen: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Ich bin dein Vater, du darfst mein Kind sein. Du gehörst zu mir. Dieses Versprechen Gottes ist der Regenbogen der Barmherzigkeit, der sich über das ganze Leben eines Menschen erstreckt. Gott wartet jeden Tag darauf, dass wir diesem Versprechen vertrauen. In der Konfirmation gibt ein Getaufter Gott feierlich das Versprechen: Ich will mit dir leben in dem Vertrauen, dass du es gut mit mir meinst. In der Taufe werden wir in die Familie Gottes aufgenommen. Aber wenn wir uns von dieser Familie abwenden, haben wir nichts von ihr, auch wenn wir nicht aufhören, Mitglieder dieser Familie zu sein. Darum ist die Goldene Konfirmation die Einladung und herzliche Bitte: Lebt mit Gott in der Familie Gottes! Man kann den Sinn der Goldenen Konfirmation kurz so ausdrücken:  Die Konfirmanden sagen in diesem Gottesdienst noch einmal bewusst zu Gott: „Mein Gott!“

 

Die Auslegung des Predigttextes 1 Petrus 1, 3-5 kreiste um zwei Grundworte:  Barmherzigkeit und Hoffnung. Die Predigt lud dazu ein, die Spuren der Barmherzigkeit Gottes in eigenen Leben zu suchen. Dazu half Martin Luthers Auslegung des ersten Artikels des Glaubensbekenntnisses („Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde“): „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind“ – und so geht das weiter, bis es am Schluss heißt: „Und das alles aus lauter göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit“. Es ist Gottes Barmherzigkeit, dass wir leben, dass wir Leib und Seele haben, dass wir Augen und Ohren, Vernunft und unsere Sinne haben. Barmherzigkeit brauchen wir Menschen aber auch, wenn wir an anderen schuldig geworden sind. Gott vergibt uns unsere Schuld – das hilft uns, wieder ins Leben hinein zu kommen. Und wenn andere an uns schuldig geworden sind, bleiben wir solange deren Opfer, wie wir ihnen nicht vergeben können. Vergebung ist der Weg, aus der Opferrolle herauszukommen. Damit diese Vergebung, die uns Menschen oft unendlich schwer fällt, möglich wird, brauchen wir die Erfahrung: Auch wir leben allein von der Barmherzigkeit Gottes; darum können wir diese auch anderen erweisen.

 

Die Hoffnung richtet unseren Blick nach vorne und erwartet, dass die Zukunft Gutes bringen wird. Wir brauchen Hoffnung, denn Hoffnungslosigkeit nimmt uns den Atem zum Leben. Deshalb sagt man: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Unsere menschliche Hoffnung gründet auf den Möglichkeiten, die wir in der Welt oder in uns finden (zum Beispiel die Hoffnung, wieder gesund zu werden). Wenn diese Möglichkeiten erschöpft sind, stirbt auch die Hoffnung. Der Tod ist das Ende aller menschlichen Möglichkeiten. Aber die Hoffnung, von der der Predigttext spricht, endet nicht am Tod; sie ist eine ewige Hoffnung. Darum kann sie nicht aus irdischen Möglichkeiten kommen; sie muss von Gott kommen, konkret: aus der Auferstehung Jesu von den Toten. Wie kommen wir zu dieser Hoffnung? Das ist, wie der Predigttext sagt, so etwas wie eine zweite Geburt – und das eben geschieht in der Taufe, wenn Gott einen Menschen in seine Familie aufnimmt. Das Versprechen Gottes „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“ endet nicht am Tod, sondern reicht in das ewige Leben hinein. Dass Gott dieses „Du bist mein“ zu uns sagt, ist ewiges Leben. Die Osterbotschaft lautet: Der Satz „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist falsch, denn zuletzt, am Ende lebt die Hoffnung auf Gott, weil Christus von den Toten auferstanden ist. Achtsam werden auf die Barmherzigkeit Gottes, Barmherzigkeit erfahren und Anderen Barmherzigkeit gewähren – das nährt die Hoffnung, die nicht stirbt.

 

Die Predigt lässt sich kurz in dem Ausspruch Dag Hammarskjölds zusammenfassen: „Dem Vergangene  - Dank, dem Kommenden – Ja“. Dank für die Barmherzigkeit Gottes, die wir in unserem Leben erfahren haben, Dank für die Barmherzigkeit, mit der Gott auch das Misslungene zurechtbringt, das Zerstörte heilt, Schuld vergibt, Getrenntes versöhnt. Und dem Kommenden Ja, Ja in der Hoffnung, die uns Gott schenkt, denn wen Gott in der Taufe bei seinem Namen gerufen hat, den lässt er nicht wieder los.